WGV-Vergleich

Grundlagen

Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung gehört zu den wichtigsten Sachversicherungen für Eigentümer. Sie schützt das Gebäude und seine fest verbundenen Bestandteile vor existenzbedrohenden Schäden. Dieser Ratgeber erklärt Aufbau, Leistungsumfang und Grenzen.

Definition: Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung ist eine Sachversicherung für selbstgenutzte oder vermietete Wohngebäude. Versichert sind das Gebäude selbst, fest verbundene Bauteile (z. B. Dach, Fenster, Sanitärinstallation, Einbauküche), Nebengebäude wie Garagen sowie – je nach Vertrag – auch Photovoltaikanlagen, Markisen und Außenanlagen.

Abgrenzung zur Hausratversicherung Bewegliche Gegenstände im Haus (Möbel, Kleidung, Elektronik) sind nicht über die Wohngebäudeversicherung, sondern über die Hausratversicherung abgesichert.

Versicherte Gefahren im Standardumfang

  • Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Überspannung (je nach Vertrag)
  • Bestimmungswidriger Austritt von Leitungswasser inkl. Rohrbruch und Frostschäden
  • Sturm ab Windstärke 8 sowie Hagel

Was ist nicht versichert?

Ohne Zusatz-Elementarschutz sind Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch nicht enthalten. Auch grobe Fahrlässigkeit, vorsätzliche Beschädigung sowie Schäden durch unterlassene Wartung sind regelmäßig ausgeschlossen oder gekürzt.

Wie wird der Beitrag berechnet?

Der Beitrag richtet sich nach dem Versicherungswert 1914 (Wert 1914), der jährlich mit dem gleitenden Neuwertfaktor (2026: ca. 22,5) auf heutiges Niveau hochgerechnet wird. Weitere Faktoren sind Postleitzahl, Bauart, Selbstbehalt und gewählte Zusatzbausteine.

Typische Bandbreiten Jahresbeitrag (ohne Elementar)
WohnflächeMassivhaus, mittlere RegionMassivhaus, Hochwasserzone
100 m²260 – 420 €380 – 700 €
150 m²350 – 600 €520 – 950 €
200 m²470 – 780 €700 – 1.300 €

Pflichten des Versicherungsnehmers

Sie sind verpflichtet, das Gebäude in ordnungsgemäßem Zustand zu halten, gefahrerhöhende Umstände zu melden und im Schadenfall mitzuwirken. Verletzte Obliegenheiten führen je nach Schwere zu Leistungskürzungen.

Praxistipp Lassen Sie alle 5 Jahre die Versicherungssumme prüfen – Anbau, Modernisierung oder neue Einbauküche können die Bauwerteklasse verändern.

Häufige Fragen

Ist die Wohngebäudeversicherung gesetzlich vorgeschrieben?

Nein, sie ist in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtend. Banken verlangen sie aber bei einer Baufinanzierung praktisch immer als Voraussetzung für die Auszahlung.

Wer braucht eine Wohngebäudeversicherung?

Jeder Eigentümer eines Wohngebäudes – ob selbstgenutzt oder vermietet. Mieter benötigen sie nicht, ihre Sachen werden von der Hausratversicherung geschützt.

Was kostet eine Wohngebäudeversicherung?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegen die Beiträge je nach Region und Leistungsumfang typischerweise zwischen 300 und 800 € pro Jahr, in Risikozonen mit Elementarschutz auch deutlich höher.

Was passiert ohne Wohngebäudeversicherung?

Bei einem Totalschaden (z. B. Hausbrand) trägt der Eigentümer den Wiederaufbau selbst – ein finanzielles Risiko, das oft sechsstellig ist und die Existenz gefährden kann.

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Veröffentlicht von WIMARO Networks · Stand: 2026-05-08