Wohngebäudeversicherung

Versicherungssumme

Wert 1914: Versicherungswert richtig berechnen

Der 'Wert 1914' wirkt zunächst wie ein historischer Anachronismus – tatsächlich ist er bis heute der zentrale Hebel für Beitrag und Auszahlungssumme jeder Wohngebäudeversicherung.

Warum gibt es den Wert 1914 überhaupt?

Im Jahr 1914 war die Mark stabil und die Baupreise gut dokumentiert. Versicherer nutzen ihn seitdem als historische Baukosten-Bezugsgröße. Für einen rechnerischen Neubauwert kann der Baupreisindex-Faktor dienen; für die tarifliche Versicherungssumme ist der im jeweiligen Bedingungswerk vereinbarte gleitende Neuwertfaktor maßgeblich.

So wird der Wert 1914 berechnet

Die VdS-772-Orientierung beginnt mit einem Grundwert je m² aus Geschossaufbau, Dachgeschoss und Keller. Konkrete Ausstattungsmerkmale, wohnlich genutzte Kellerflächen und Garagen werden separat als Zu- oder Abschläge berücksichtigt.

VdS-772-Grundwerte (Mark / m² Wohnfläche)
KellerGeschossaufbauFlachdachDG nicht ausgebautDG ausgebaut
ohne1 Geschoss160160140
ohne2 Geschosse160140130
ohne3–7 Geschosse135135125
mit/teilweise1–2 Geschosse190190165–150
mit/teilweise3–4 Geschosse150150140–135
mit/teilweise5 Geschosse130135135
mit/teilweise6–7 Geschosse130130135
Risiko Unterversicherung Ein zu niedriger Wert 1914 führt im Totalschadenfall zur anteiligen Kürzung der Entschädigung – auch bei kleinen Schäden.

Unterversicherungsverzicht

Viele Versicherer verzichten gegen geringen Aufpreis auf die Einrede der Unterversicherung, wenn der Wert 1914 nach ihrer Bauwerttabelle ermittelt wurde. Diese Klausel ist eine der wichtigsten im Vertrag.

Anpassung bei Modernisierung

Anbau, Wintergarten, hochwertige Bäder oder eine neue Heizungsanlage verändern die Bauwerteklasse. Melden Sie solche Maßnahmen dem Versicherer – sonst droht trotz höherer Beiträge eine Unterversicherung.

Häufige Fragen

Wie oft muss der Wert 1914 angepasst werden?

Bei Anbau, Modernisierung oder Erweiterung. Außerdem empfiehlt sich alle 5–7 Jahre eine Plausibilitätsprüfung.

Was bedeutet 'gleitender Neuwertfaktor'?

Eine vertragsbezogene Kennzahl bestimmter Bedingungswerke. Multipliziert mit dem Wert 1914 kann sie die tarifliche Versicherungssumme beziehungsweise einen vertragsbezogenen Vergleichswert ergeben; welcher Faktor gilt, steht in den Versicherungsbedingungen.

Weiterlesen

Veröffentlicht von WIMARO Networks · Stand: 2026-05-08