WGV-Vergleich

Versicherungssumme

Wert 1914: Versicherungswert richtig berechnen

Der 'Wert 1914' wirkt zunächst wie ein historischer Anachronismus – tatsächlich ist er bis heute der zentrale Hebel für Beitrag und Auszahlungssumme jeder Wohngebäudeversicherung.

Warum gibt es den Wert 1914 überhaupt?

Im Jahr 1914 war die Mark stabil und die Baupreise gut dokumentiert. Versicherer nutzen ihn seitdem als inflationsneutralen Bezugspunkt. Der gleitende Neuwertfaktor rechnet den Wert 1914 jährlich auf das aktuelle Preisniveau hoch.

So wird der Wert 1914 berechnet

Üblich ist die Quadratmeter-Methode: m² Wohnfläche × Bauwerteklasse × Ausstattungsfaktor. Alternativ erstellt ein Sachverständiger ein Bauwertgutachten – Pflicht bei größeren Objekten und Sonderbauten.

Orientierungswerte (Mark / m² Wohnfläche)
BauklasseMassivhausFachwerkHolzhaus
einfach262322
mittel322927
gehoben383432
luxus474240
Risiko Unterversicherung Ein zu niedriger Wert 1914 führt im Totalschadenfall zur anteiligen Kürzung der Entschädigung – auch bei kleinen Schäden.

Unterversicherungsverzicht

Viele Versicherer verzichten gegen geringen Aufpreis auf die Einrede der Unterversicherung, wenn der Wert 1914 nach ihrer Bauwerttabelle ermittelt wurde. Diese Klausel ist eine der wichtigsten im Vertrag.

Anpassung bei Modernisierung

Anbau, Wintergarten, hochwertige Bäder oder eine neue Heizungsanlage verändern die Bauwerteklasse. Melden Sie solche Maßnahmen dem Versicherer – sonst droht trotz höherer Beiträge eine Unterversicherung.

Häufige Fragen

Wie oft muss der Wert 1914 angepasst werden?

Bei Anbau, Modernisierung oder Erweiterung. Außerdem empfiehlt sich alle 5–7 Jahre eine Plausibilitätsprüfung.

Was bedeutet 'gleitender Neuwertfaktor'?

Ein vom GDV jährlich veröffentlichter Multiplikator. Multipliziert mit dem Wert 1914 ergibt er die aktuelle Versicherungssumme im Schadenfall.

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Veröffentlicht von WIMARO Networks · Stand: 2026-05-08